Kosten
Auto aus den USA importieren: Was kostet es wirklich?
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Der Zuschlagspreis bei Copart oder IAAI ist nur der Anfang. Bis das Auto zugelassen vor Ihrer Haustür steht, zahlen Sie meist das 1,6- bis 2-Fache des Gebots. Hier sehen Sie, wohin das Geld fließt – Posten für Posten und mit einer Beispielrechnung für Deutschland.
Die kurze Antwort
Für ein typisches Auto, das bei einer US-Auktion für 10.000 Dollar ersteigert wird, sollten Sie mit rund 17.000 bis 19.000 Dollar rechnen, bis es in Deutschland vor der Tür steht – umgerechnet je nach Kurs grob 15.500 bis 17.500 Euro. Die größten Posten nach dem Kaufpreis sind die Einfuhrumsatzsteuer von 19 %, der Zoll von 10 % und der Transport. Reparaturen bei Unfallwagen kommen noch dazu, ebenso Umbauten für die deutsche Zulassung.
1. Der Kauf: Gebot plus Auktionsgebühren
Copart und IAAI verlangen eine Käufergebühr (Buyer Fee), die mit dem Preis steigt, dazu feste Gebühren für das Online-Bieten, das Gate und die Entsorgung. Für Autos mit Clean Title und Salvage Title gelten unterschiedliche Gebührentabellen. Wer über einen Broker bietet – und das tun die meisten Käufer aus Deutschland – zahlt zusätzlich dessen Provision.
Käufergebühr: gestaffelt nach Preis, bei 10.000 Dollar oft 600–1.000 Dollar Internet- bzw. Virtual-Bid-Gebühr und Gate Fee: etwa 100–200 Dollar Broker-Provision: typischerweise 200–500 Dollar pro Auto Standgeld: fällt pro Tag an, wenn Sie zu spät zahlen oder abholen
2. Transport zum Exporthafen
Ein Lkw bringt das Auto vom Auktionsgelände zum Exporthafen, meist New Jersey, Savannah, Houston oder Los Angeles. Die Entfernung macht den Unterschied: Ein Yard in Hafennähe kostet ein paar hundert Dollar, eine Fahrt quer durch die USA über 1.000 Dollar. Ein nicht fahrbereites Auto braucht Gabelstapler und Seilwinde, das kostet einen Aufschlag.
3. Seefracht und Versicherung
Ein geteilter Container mit meist drei bis vier Autos ist die günstigste sichere Variante: etwa 1.000–1.600 Dollar pro Auto von der Ostküste nach Bremerhaven, Hamburg, Rotterdam oder Antwerpen. RoRo ist für fahrbereite Autos billiger, aber weniger geschützt. Die Transportversicherung kostet rund 1,5 % des Fahrzeugwerts und zählt zum Zollwert.
4. Zoll: 10 % auf den CIF-Wert
Der Zoll wird auf den Zollwert erhoben, also den CIF-Wert: Kaufpreis, Auktionsgebühren, Transport bis zur EU-Grenze und Versicherung. Für Pkw beträgt er 10 % (Zolltarifnummer 8703), für Pickups 22 %, für Motorräder 6–8 %. Fahrzeuge über 30 Jahre im Originalzustand können als Sammlerstücke zollfrei eingeführt werden.
5. Einfuhrumsatzsteuer: 19 % in Deutschland
Die Einfuhrumsatzsteuer wird auf Zollwert plus Zoll plus die Transportkosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU berechnet. Es gilt der Satz des Landes, in dem das Auto verzollt wird. Wer in Bremerhaven, Hamburg oder Emden verzollt, zahlt die deutschen 19 %. In Rotterdam oder Antwerpen wären es 21 %. Für Käufer in Deutschland ist die Verzollung im Inland deshalb fast immer die günstigere Wahl, auch wenn das Schiff in einem Beneluxhafen anlegt.
6. Hafen, Zustellung und Zulassung
Im Hafen fallen Terminal- und Entladekosten für den Container an (etwa 400–500 Euro) sowie der Zollagent (etwa 250 Euro). Danach fährt das Auto per Autotransporter oder Abschleppwagen zu Ihrer Adresse, abgerechnet nach Kilometern. Zum Schluss kommen die Kosten in Deutschland: Vollgutachten nach §21 StVZO bei TÜV oder DEKRA, Umbauten an der Beleuchtung, Übersetzungen und die Gebühren der Zulassungsstelle. Eine einmalige Zulassungssteuer wie die niederländische BPM oder die österreichische NoVA gibt es in Deutschland nicht – danach zahlen Sie nur die laufende Kfz-Steuer.
Beispielrechnung: ein Auto für 10.000 Dollar
| Posten | Betrag (USD) |
|---|---|
| Zuschlag (Gebot) | 10.000 |
| Auktions- und Broker-Gebühren | 1.200 |
| Transport zum Hafen | 450 |
| Seefracht im geteilten Container | 1.200 |
| Transportversicherung | 180 |
| Zollwert (CIF) | 13.030 |
| Zoll 10 % | 1.303 |
| Hafen, Entladung, Zollagent und Zustellung | ≈ 1.000 |
| Bemessungsgrundlage EUSt (CIF + Zoll + 1.000) | 15.333 |
| Einfuhrumsatzsteuer 19 % | 2.913 |
| Summe vor Zulassung | ≈ 18.250 |
Die Beispielrechnung arbeitet mit runden Zahlen zur Orientierung. Wechselkurs, Verzollungsland, Fahrzeugtyp und Ihre Adresse verändern das Ergebnis. Der Rechner von Carglo rechnet das für Ihr konkretes Auto aus: Sie geben nur Ihre Adresse ein, und er vergleicht alle 43 EU-Häfen von Tür zu Tür – inklusive Zoll, Einfuhrumsatzsteuer, Hafengebühren und Lieferung.
So zahlen Sie weniger
- 1Kaufen Sie in der Nähe eines Exporthafens, um beim Inlandstransport in den USA zu sparen.
- 2Nutzen Sie einen geteilten Container statt eines exklusiven.
- 3Verzollen Sie in Deutschland: 19 % statt 21 % in den Niederlanden oder Belgien sparen auf eine Bemessungsgrundlage von 15.000 Dollar rund 300 Dollar.
- 4Prüfen Sie die Gebührenstufen der Auktion – ein paar Dollar über einer Schwelle können die Gebühr erhöhen.
- 5Bezahlen Sie die Auktion in Dollar über einen Anbieter mit geringer Wechselkursmarge.
- 6Klären Sie die Umbauten für das Vollgutachten vor dem Kauf, nicht danach.
Fragen & Antworten
Bekomme ich als Privatperson die Einfuhrumsatzsteuer zurück?
Nein. Für Privatkäufer ist die Einfuhrumsatzsteuer ein endgültiger Kostenpunkt. Ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen kann sie in der Regel als Vorsteuer abziehen oder bei Weiterlieferung in ein anderes EU-Land das Verfahren 4200 nutzen.
Zahle ich Einfuhrumsatzsteuer auch auf die Frachtkosten?
Ja. Die Bemessungsgrundlage umfasst den Zollwert (inklusive Seefracht und Versicherung), den Zoll und die Transportkosten bis zum ersten Bestimmungsort in der EU.
Gibt es in Deutschland eine Zulassungssteuer für importierte Autos?
Nein, eine einmalige Zulassungssteuer gibt es nicht. Es fallen die Kosten für Gutachten, Umbauten und die Gebühren der Zulassungsstelle an, danach die jährliche Kfz-Steuer.
Berechnen Sie die genauen Kosten für Ihr Auto
Geben Sie nur Ihre Adresse ein – den Rest schlagen wir vor und kalkulieren jeden Hafen von Tür zu Tür.